Rote, gelbe und grüne Weinreben befinden sich unterhalb der Dornburger Schlösser.

Die Rosenkönigin wird jedes Jahr im Vorfeld des Rosenfestes gewählt.

Zauberhafte Schlösser hoch über dem Saaletal

Die kleine Stadt Dornburg zwischen Jena und Naumburg ist immer einen Besuch wert, nicht nur zum traditionellen Rosenfest im Juni.

 

„Ich weiß nicht, ob Dornburg dir bekannt ist; es ist ein Städtchen auf der Höhe im Saaletale unter Jena, vor welchem eine Reihe von Schlössern und Schlösschen (…) zu den verschiedensten Zeiten erbaut ist“, schrieb Johann Wolfgang von Goethe 1828 in einem Brief an seinen Freund, den Musiker und Komponisten Karl Friedrich Zelter. Goethe wohnte zu dieser Zeit im Renaissance- Schloss, einem der bekannten drei Schlösser Dornburgs. Besucht man Dornburg, so ist es ganz egal, aus welcher Richtung man ins Saaletal gelangt – das einzigartige Ensemble hoch oben auf dem Felsen lädt bereits von Weitem zu einer Zeitreise durch die verschiedenen Epochen ein.

 

Am engsten mit der Geschichte der 900- Einwohner-Stadt verbunden ist das Alte Schloss. Es geht auf die Kaiserpfalz Otto I. zurück, der die Stadt und Burg Dornburg 937 erstmals in einer Urkunde erwähnte. Heute ist das Schloss denkmalgerecht saniert, jedoch nicht öffentlich zugänglich. Hauptsächlich wird es als Tagungs- und Begegnungsstätte der Universität Jena genutzt. Für jedermann zugänglich ist hingegen das Rokokoschloss direkt neben dem Alten Schloss. Das jüngste der drei Dornburger Schlösser zählt zu den schönsten Rokokobauten Thüringens. Es wurde im Auftrag des Herzogs Ernst August von Sachsen- Weimar-Eisenach von 1736 bis 1747 erbaut und mutet mit seinen lichtdurchfluteten Räumen bis heute wahrhaft königlich an. Bewohnt wurde es vorrangig von Ernst Augusts Urenkel, Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach. Dieser feierte 1873 seinen 30. Geburtstag im Schloss und legte damit den Grundstein für eine Dornburger Tradition, die sich bis heute gehalten hat: das Rosenfest. So feiert die Stadt jedes Jahr am letzten Juniwochenende den Geburtstag Carl Alexanders mit einem großen Fest und der Krönung der Rosenkönigin. „Diese soll einst die Glückwünsche der Dornburger Bürger und einen prächtigen Rosenstrauß überbracht haben“, erzählt Gunter Wolleschensky vom Dornburger Rosenfest e. V. Heute zieht die Rosenkönigin beim traditionellen Umzug mit ihrem Gefolge aus dem Rokokoschloss durch die Stadt.

 

Wer sich also einmal in die Zeit Carl Alexanders von Sachsen-Weimar-Eisenach zurückversetzt fühlen möchte, dem sei ein Besuch des Rokokoschlosses empfohlen. Es widmet sich im Inneren dem Leben und Wirken des Großherzogs. Aber auch für Literaturbegeisterte hat Dornburg etwas zu bieten: Im südlich gelegenen Renaissance- Schloss, auch Goethe-Schloss genannt, verfasste Johann Wolfgang von Goethe von Juli bis September 1828 seine Dornburger Gedichte. Noch heute erinnert alles an den berühmten Dichter: Im Museum können Interessierte nachempfinden, wie Goethe hier einst gelebt und gearbeitet hat.

 

Ausklingen lässt man einen Dornburg-Besuch danach am besten mit einem Spaziergang durch die Schlossgärten. Die auf fünf Terrassen angelegte Parkanlage am Renaissance- und Rokokoschloss lädt mit steil abfallenden Weinbergen, Rosenspalieren und Laubengängen zum Verweilen ein. Besonders prachtvoll und sehenswert ist die Parkanlage – wie sollte es anders sein – natürlich in der Zeit der Rosenblüte.

Reiseempfehlung

Dornburg liegt an der Saalbahn und ist stündlich von Jena und Saalfeld aus direkt zu erreichen. Aus Richtung Gera, Weimar und Erfurt bestehen ebenfalls stündlich Umsteigeverbindungen über Göschwitz (Saale).