Auh mit einem Pferdefuhrwerk kann die Winterlandschaft genossen werden.
Im winterlichen Kleid zeigt sich die mit Schiefer verkleidete Holzkirche.

Von Hand hergestellter Christbaumschmuck hat in Neuhaus am Rennweg Tradition.

Glaskunst und Winterspaß

In Neuhaus am Rennweg können Besucher Aktivurlaub im Schnee verbringen und Glasbläsern über die Schulter schauen.

 

Wenn es Winter wird, zieht sich die größte Stadt am Rennweg, wie der Rennsteig hier heißt, ihr weißes Kleid an. Dann verwandelt sich der Thüringer Wald in eine Zauberlandschaft, die gleichermaßen reizvoll für Erholungssuchende wie auch für Wintersportler ist.

 

Mit einer Höhe von über 800 Metern und einer relativen Schneesicherheit im Winter bietet Neuhaus am Rennweg beste Voraussetzungen für alle Formen des Wintervergnügens – egal ob Pferdeschlittenfahrten, Skilanglauf und Skating auf den gut gespurten Loipen der Umgebung oder Abfahrtsski und Rodeln an der familienfreundlichen Skiliftanlage „Am Apelsberg“. Oder aber man erholt sich bei einer ausgedehnten Schneewanderung entlang des bekannten Kammweges und in den lieblichen Seitentälern vom Alltagsstress. Dabei kommt man immer wieder an Aussichtspunkten vorbei, die herrliche Ausblicke in die Thüringer Berge ermöglichen.

 

Neuhaus am Rennweg rühmt sich, wie auch das nahe gelegene Lauscha, einer langen Tradition in der Glasherstellung. So geht die Gründung des Ortes auf die Errichtung der Glashütte Schmalenbuche zurück, für die der Graf von Schwarzburg-Rudolstadt 1607 die Konzession erteilt hatte. Seitdem spielt das Glas in der Stadt mit knapp 5.500 Einwohnern eine entscheidende Rolle. Wer sich für die Geschichte der Glasindustrie interessiert, sollte dem Museum Geißlerhaus unbedingt einen Besuch abstatten. Das komplett mit Schiefer verkleidete Gebäude ist das Geburtshaus von Dr. Heinrich Geißler (1814 –1879), dem Begründer der modernen wissenschaftlichen Glasinstrumententechnik und des Glasapparatebaus.

 

Im Neuhäuser Familienbetrieb zum Glasbläser ausgebildet, ließ er sich später in Bonn nieder, wo er eine glasbläsertechnische Werkstatt gründete und mit Wissenschaftlern der Universität Bonn zusammenarbeitete. Mit der Erfindung der so genannten „Geißlerschen Röhre“, der Niederdruck-Gasentladungsröhre, wurde Geißler schließlich zum Pionier der Elektrizitätslehre und Vakuumtechnik. 1868 verlieh ihm die Universität Bonn dafür sogar die Ehrendoktorwürde. Heute widmet sich das Geißlerhaus dem Leben und Werk dieses bedeutenden Sohnes der Stadt. In einer „Dunkelkammer“ kann der Aufbau und die Wirkungsweise einer Geißlerröhre bestaunt werden. Außerdem ermöglicht das Museum einen lebendigen Einblick in die Historie des Glasbläserhandwerkes: So fühlt man sind in der nachgestellten Glasbläserstube ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. Zu sehen sind ebenfalls lampengeblasene Glasunikate der gebürtigen Neuhäuser Glasgestalter Albin Schaedel († 1999) und Kurt Wallstab († 2002), die beide internationales Renommee besaßen und zu den Ehrenbürgern der Rennsteigstadt zählen.

 

Auch heutzutage ist die Glasindustrie neben dem Tourismus der wichtigste Wirtschaftszweig. Nachdem die bestehenden Betriebe im Bereich Glaskunst sowie technisches Glas 1972 zu Volkseigenen Betrieben zusammengeschlossen worden waren und die damalige SED-Bezirksleitung Suhl keine Neuzulassungen für Kunstglasbläser- Handwerksbetriebe mehr genehmigte, konnte sich die Glaskunst nach dem Niedergang der DDR wieder florierend entwickeln, wie Kunstglasbläsermeister und Dipl.-Designer Horst Traut erzählt. Zahlreiche Alt- und Jungmeister machten sich nun selbstständig. „Die Gewerbeerlaubnis wurde im Laufe der Jahre für acht Handwerksbetriebe in Neuhaus am Rennweg erteilt“, sagt Horst Traut, der ebenfalls ein eigenes Glasstudio gegründet hat. Interessierte Besucher können nicht nur in Glasboutiquen einkaufen gehen, sondern auch Vorführungen an der Gebläselampe live erleben, beispielsweise in der Greiner Glas Manufaktur. Doch das Spektrum der Glasindustrie reicht noch weiter: von der Glasbeschichtung und -verarbeitung über technisches Glas bis hin zum Christ- baumschmuck.

 

Bei einem Bummel durch die kleine Stadt am Rennsteig fällt ein Bauwerk sofort ins Auge: Die 1892 geweihte Kirche zählt zu den schönsten und größten Holzkirchen Thüringens. Hier finden neben evangelischen und katholischen Gottesdiensten auch regelmäßig Konzerte statt. Das Gotteshaus lehnt sich an gotische Formen an und ist zum Schutz vor Witterungseinflüssen ebenfalls vollständig mit Schiefer gedeckt.

 

Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter:

www.neuhaus-am-rennweg.de

Reiseempfehlung

Neuhaus am Rennweg ist der Endpunkt der Strecke von Sonneberg über Lauscha, die von der Süd-Thüringen-Bahn bedient wird. Nahverkehrszüge aus / in Richtung Eisenach – Meiningen – Eisfeld verkehren zweistündlich, aus / in Richtung Sonneberg – Lauscha stündlich. In Sonneberg (Thür) Hbf besteht außerdem jede Stunde Anschluss von / zu den Zügen aus / in Richtung Coburg – Lichtenfels – Bamberg – Nürnberg (alle zwei Stunden gibt es eine Direktverbindung Sonneberg – Nürnberg).

 

Wer aus Saalfeld nach Neuhaus am Rennweg anreist, fährt mit der Buslinie 505 der OVS (montags bis freitags etwa stündlich, am Wochenende etwa zweistündlich). In Saalfeld bestehen am Wochenende Anschlüsse aus / in Richtung Jena – Naumburg (Saale) und teilweise aus / in Richtung Erfurt und Gera. Weitere Informationen unter:

www.kombus-online.eu

Tariftipp

Mit dem Thüringen-Ticket können bis zu fünf Personen ab 28 Euro einen Tag lang Nahverkehrszüge in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt nutzen. Das Thüringen- Ticket Single ist ideal für Einzelreisende und kostet ab 20 Euro. Die Tickets sind montags bis freitags von 9.00 Uhr bis 3.00 Uhr des Folgetages gültig, am Wochenende und an Feiertagen ganztägig von 0.00 Uhr bis 3.00 Uhr des Folgetages.