Seit Ende 2003 verbindet der Zentrale Omnibus-Bahnhof in Heilbad Heiligenstadt den Schienen- und Straßenpersonennahverkehr. Das futuristische Funktionsgebäude ist gerade einmal eine Gehminute vom Bahnhof entfernt. Foto: A. Dietrich

Eckdaten

Kreisstadt: Heilbad Heiligenstadt

 

Fläche: 939 km²

 

Einwohnerzahl: 106.052

 

Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner/km²

 

Höchster Punkt: 533 m ü NN

 

Tiefster Punkt: 192 m ü NN

 

Länge der Eisenbahnstrecken mit SPNV: 55 km

 

Anzahl Bahnhöfe mit SPNV: 12

 

ÖPNV-Unternehmen im Landkreis:

  • Eichsfeldwerke Bus GmbH (EW-Bus)

Nahtlos reisen im Landkreis Eichsfeld

Im Nordwesten Thüringens präsentiert ein Landkreis, wie Bahn und Bus harmonisch zusammenarbeiten können. Das Eichsfeld verbinde geschickt Schiene und Straße und schaffe damit eine hohe und kostengünstige Mobilität für seine Einwohner und Besucher, meint auch die NVS – Nahverkehrservicegesellschaft Thüringen mbH (NVS). Um das zu erreichen, packen alle mit an. Jahr für Jahr setzen sich die Anbieter und Entscheider an einen Tisch für den gemeinsamen Erfolg. Das Eichsfelder Modell beweist: Viele Köche verderben doch nicht den Brei. RegioTakte zieht Kreise Von Andy DIETRICH

Der Landkreis Eichsfeld ist der nordwestliche Ausläufer Thüringens. Geprägt vom Harz im Norden, dem Osthessischen Bergland und Leine-Flusstal im Westen sowie dem Hainich im Süden gibt es in der Freizeit und im Urlaub viel zu erleben. Im letzten Jahr besuchten mehr als 106.000 Touristen die schier unberührte Hügellandschaft des Landkreises. Und ein wichtiger Begleiter ist stets der funktionierende Nahverkehr im Eichsfeld. Der Landkreis ist derzeit vernetzt über zwei RegionalExpress-Linien (den RE 1 Göttingen – Heilbad Heiligenstadt – Leinefelde – Erfurt – Zwickau sowie den RE 9 Halle – Nordhausen – Leinefelde – Heilbad Heiligenstadt – Kassel), die RegionalBahn-Linie RB 41 Nordhausen – Leinefelde – Heilbad Heiligenstadt – Eichenberg und die Linie EB 1 Erfurt – Leinefelde – Heilbad Heiligenstadt – Kassel der Erfurter Bahn. Auf den Straßen kümmert sich die Eichsfeld Werke Bus GmbH (EW) um die Mobilität. Der Übergang zwischen Schienen- und Busverkehr im Eichsfeld gilt als thüringenweit vorbildlich. „Die Zusammenarbeit ist immer sehr gut. In den letzten Jahren wurden viele neue Produkte im Nahverkehr angeboten und die Mobilität der Bürger und Gäste ausgebaut“, erklärt Doris Kaufmann vom Wirtschaftsreferat. Der Landkreis Eichsfeld betreibe einen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der bedarfsgerecht ausgestaltet wird und wirtschaftlichen Kriterien genügen muss. „Alle Busverkehrsunternehmen im Nahverkehrsraum Nordthüringen führen im Landkreis Eichsfeld und Nordhausen sowie Unstrut-Hainich- und Kyffhäuserkreis ihren Fahrplanwechsel zeitgleich mit der DB AG durch. Sie sind neben der DB Regio AG, Verkehrsbetrieb Thüringen, der Erfurter Bahn GmbH sowie der Harzer Schmalspurbahnen GmbH Beiratsmitglieder im Zweckverband Nahverkehr Nordthüringen (NVN)“, meint Frau Kaufmann. Aus der Zusammenarbeit erwächst ein abgestimmtes Fahrplanangebot, woraus dann der Regionalfahrplan Nordthüringen für vier Landkreise im Nahverkehrsraum Nordthüringen entsteht“, so Kaufmann weiter. Eine Besonderheit der Verkehrspolitik im Landkreis Eichsfeld ist die Tatsache, dass für den Schülerverkehr auch Nahverkehrszüge genutzt werden. In anderen Landkreisen sind die Schüler auf ein Verkehrsmittel, häufig den Bus, festgelegt und benötigen für den Zug einen zusätzlichen Fahrschein, auch wenn eine Zugverbindung die schnellere Variante wäre. „Ca. 400 Mädchen und Jungen pendeln an Schultagen mit einem Fahrschein von EW Bus mit dem Zug zwischen ihrem Wohnund Bildungsort. Die Schülerzeitkarte der EW Bus wird von der DB AG und Erfurter Bahn anerkannt“, so Doris Kaufmann. Zwölf Stationen schaffen im Landkreis gute Zugangsbedingungen für den Schienenverkehr. „Verknüpfungspunkte zwischen Bus und Bahn gibt es in Heilbad Heiligenstadt und Leinefelde. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Zentralen Omnibusbahnhöfe (ZOB) mit Anzeigetafeln zum Zugverkehr“, so Kaufmann weiter. Reisende können so problemlos mit dem Bus weiterreisen. „Für den optimalen Übergang zwischen Bus und Bahn bedarf es natürlich auch einer entsprechenden Fahrplanabstimmung. Diese ist im Landkreis Eichsfeld vergleichsweise sehr gut“, erklärt Thomas Grewing, Abteilungsleiter der NVS. Der Landkreis Eichsfeld ist auch als Wallfahrtsland weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Seit mehreren Jahrhunderten kommen viele Gläubige in das Eichsfeld, um die idyllisch gelegenen Wallfahrtstätten zu besuchen oder ein paar Kilometer auf dem Jakobsweg zu wandern. Im Herbst 2011 wird der Nahverkehr deshalb auch vor eine besondere Herausforderung gestellt. Am 23. September besucht das geistliche Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Benedikt XVI., die Wallfahrtskapelle Etzelsbach. „Dazu erwarten wir Gäste aus ganz Deutschland“, freut sich Doris Kaufmann. Klar ist, dass der Nahverkehr auch für die An- und Abreise der Pilger und Besucher einen wesentlichen Beitrag leisten wird.